Dackel Poldi muss sich wundern

Ein herrlich lustig-fröhliches Bilderbuch für alle, die sich in unserer manchmal etwas schwer verständlichen Welt voller Ge- und Verbote, voller Gepflogenheiten und Traditionen erst zurechtfinden müssen. Wie zum Beispiel der kleine Dackel Poldi, der gerade ganz neu zu einer Menschenfamilie gezogen ist. Dort ist es herrlich, aber die Regeln dieser Menschen sind doch manchmal etwas undurchschaubar. Die Bilder zeigen in angenehmen, bunten Farben eine quietschvergnügte Alltagswelt, in die Kinder mit ihren Blicken liebend gern eintauchen. Sie lieben auch die Wiederholung, wenn es am Ende jeder Seite heißt: „Seltsam, diese Menschen, denkt Poldi. Sehr, sehr seltsam.“ Natürlich macht es besonderen Spaß zu sehen, wie der liebe Poldi trotz bester Absichten eine Regel nach der anderen bricht. Die kleine Maus, die es auf jeder Seite zu finden gilt, hält jeweils das entsprechende Hinweisschild nach oben. Ein Bilderbuch aus Dackelperspektive zum Liebhaben, zum Lachen, zum Mitfühlen und zum Mitlesen (denn jedes Lesen fängt mit MienenLesen, BilderLesen und SchilderLesen an. Ganz köstlich gelungen hier! Ab 4 Jahren.

Anna Weber, Pina Gertenbach: DACKEL POLDI MUSS SICH WUNDERN. Magellan Verlag, #_ISBN_978_3_7348_2031_1. 28 Seiten. Hardcover. LW_Ab_4_Jahren. 14,00 €

„Mach dir keine Sorgen, Poldi, du wirst schon lernen, dich zurechtzufinden“, tröstet Luis den Dackel, der noch so viel von unserer Welt nicht versteht und deshalb noch so viel falsch macht. Ein schöner Satz. Nicht nur für Kinder, die gerade erst zu uns nach Deutschland gekommen sind.

Müssen doch alle kleinen Menschen erst mal damit klar kommen, dass vieles geht, anderes aber nicht. Dackel dürfen nicht am Frühstückstisch sitzen. Kinder schon. Kinder dürfen Gummis kauen, Dackel aber keine Schuhe. Kleine Menschen bekommen Wurst in der Metzgerei, Hunde aber nicht. Alte Tanten dürfen Kinder küssen… (bäh!), Dackel aber keine alten Tanten.

Auf sehr nette Art lernt ein kleiner Kerl sich in der Welt der Anderen zurecht zu finden. Und entsetzt damit nicht selten seine Umwelt. Man wundert sich, doch man findet auch zueinander.

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