Percy Jackson erzählt griechische Göttersagen

Klasse Lektüre für Jungs. Und auch die Mädels lesen wie besessen. Kein Wunder, denn clevere Mädchen lesen eben alle guten Geschichten gern – nicht bloß die, auf denen beispielsweise rosa Einhörner prangen. Mir ist auch nicht wirklich wohl dabei, dieses „für Jungs“ über die laufenden Rezensionen zu schreiben. Denn auch den cleveren männlichen Lesern gefällt jede GUTE Geschichte, wenn sie begeisterte Leser sind. Die brave Aufteilung in Jungen- und Mädchenlektüre wird meiner Meinung nach derzeit zu stark betrieben, als wolle man uns wieder alte Rollenbilder zuschustern. Lassen wir das sein. Zumindest hier auf LESEWEIS®. 🙂 Wo es um gute Kinderbücher geht, die allen was geben. Übrigens auch den Erwachsenen. Wenn „für Jungs“ oben drüber steht, dann soll das heißen, dass man mit diesen Büchern die Jungen vielleicht wieder locken kann, die lieber ganz aufgehört haben zu lesen, als sich von andern erzählen zu lassen, sie täten Mädchendinge… Percy Jackson – die ganze Reihe – ist ein Knaller. Und dieser Band, der allen Ernstes die griechischen Göttersagen akribisch nacherzählt und keinen Helden des Olymp dabei vergisst, übertrifft sich selbst.

Ab 10 Jahren

Rick Riordan: PERCY JACKSON ERZÄHLT GRIECHISCHE GÖTTERSAGEN. Carlsen, 2016. #_ISBN_978_3_551_55561_5. 496 Seiten. LW_Ab_10_Jahren. 16,99 €

Mit der überaus erfolgreichen PERCY-JACKSON-Reihe kehren die griechischen Götter zurück in den Focus. Da sie unsterblich sind, sollte es uns Leser nicht wundern, dass sie immer noch existieren und natürlich auch noch munter ihr Unwesen treiben. Den Schüler Percy Jackson trifft es dennoch völlig unvorbereitet, als er erfährt, dass seine Mutter ein Verhältnis mit dem Meergott Poseidon hatte – und er der Sprössling dieser beiden und damit ein Halbgott ist. Die beliebte Buchreihe, die sich daraus entwickelt, lässt das ganze Repertoire der alten griechischen Sagenwelt wieder aufleben, die nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat, welche sie schon auf die alten Griechen ausgeübt haben muss. Es braucht nur jemanden, der von ihnen in heutiger Sprache erzählt. Locker, flockig, nicht auf den Mund gefallen, rasant, schonungslos, dabei kein bisschen ahnungslos und immer bereit für eine gute Portion Ironie. Das alles kann Rick Riordan, dem schon als Kind vom Vater die Mythen der alten Götter vorgelesen wurden. Da sieht man mal, zu was regelmäßiges Vorlesen führen kann!

In diesem Band nun tritt Percys Geschichte in den Hintergrund, der junge Halbgott wird zum Erzähler und berichtet uns in seiner lockeren Sprache und halbgöttischen Unbefangenheit, wie das alles anfing mit den Göttern des Olymp. In welchem Verhältnis sie zueinanderstehen. Wie sie entstanden, sich umgarnten und verschlangen und nie mehr vergehen. Leidenschaften, Intrigen, Liebe, Hass, Rache und sehr viel Ego gilt es zu erzählen. Ein prall gefüllter Band voller fantastisch recherchiertem Götterwissen. Und derart unterhaltsam geschrieben, dass man schier nicht mehr aufhören kann zu lesen. Auch die Jungs nicht. Und auch die Mädchen nicht. Und auch die Geschichtslehrer nicht. Übrigens ein genialer Trick, den man sich für den Geschichtsunterricht merken sollte: Lasst einen bei den Kids gerade als echt cool angesagten Helden das Ganze erzählen. Und schon wird’s interessant, schon will’s gelesen werden, schon hören die Kids zu und merken sich mit beneidenswerter Gabe das ganze große Durcheinander. Einfach genial

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