Inspektor Mouse

von Caroline Ronnefeldt

Was für eine Entdeckung. Die erstaunliche Autorin von QUENDEL hat sich mit einer völlig anderen Geschichte zurückgemeldet. Und bis ich das gemerkt habe, existieren sogar schon zwei Bände. 

Statt eines ruhigen, mit extrem viel Zeit und Detail erzählten fantastischen Epos‘, das aus dem dunklen Aberglauben der Rauhnächte geboren ist, haben wir es hier nun mit einem Krimi Noir zu tun, in dem ein überaus smarter Inspektor bei einem spektakulären Raub ermittelt, hinter dessen Genial- wie Brutalität ein alter, finsterer Rivale steckt. 

Das Tempo muss angezogen werden, die Zeit drängt und doch versorgt die Sprachkünstlerin Caroline Ronnefeldt uns mit köstlichen und oft humorvollen Details. Dabei lässt sie erneut keine Menschen auftreten. All ihre Protagonisten sind dieses Mal kätzischer Natur. Was bei einer Autorin wie ihr zu einem Feuerwerk an sprachlichen und philosophischen Kreationen führt, die einer uns vertrauten menschlichen Welt eine kätzische überstülpen. Genial, voller Spiegelungen und Witz. 

Da findet man beim abgekaterten Kollegen eine leere Packung Rotpfötle, die junge verführerische Mandantinnen-Katze umweht stets ein Hauch Chatnel Nr. 5, man raucht Kstzhiba und gibt bei den Katzen gern den Catzanova. Die Namen der zahlreichen Protagonisten sprechen Bände. Mouse, Fischgrät, Murr, Puschel, Katerfreund, Killmauski, Vogelfang, von Maunz oder Seidig…

Ein Katzenkrimi…, also ein Kinderbuch?

Wohl kaum, denn die berüchtigte Schlitzerbande lässt gehörig viel Blut fließen und nach dem Einbruch, bei dem ein kompletter Tresor in den Tiefen der Fabrik Muskulus für Maus-Delikatessen in Dosen verschwindet, gibt es durchaus auch grausig zugerichtete Leichen. Die heißeste Spur führt ins Rotlichtmilieu der alten Hafenstadt. Und als die schöne Mandantin den smarten Ermittler zuhause besucht, kommen sich die beiden so nah, dass das Paar schließlich „mit zärtlich ineinander verbissenen Nacken… vor dem lodernden Feuer auf den weichen Teppich aus Tausend und einer Nacht“ sinkt. „Und nur der Mond, der von Osten kommend inmitten der glitzernden Sterne gemächlich über die Himmelsbahn zog, sah ihnen durch das geöffnete Oberlicht dabei zu.“

Also ein Buch für Erwachsene…, mit Katern und Katzen als Protagonisten?

Es ist ein Buch, das ich nicht eindeutig einer Altersgruppe von Lesern zuordnen kann und auch nicht will — denn solche Geschichten-Erlebnisse sind mir die liebsten. Es ist ein Buch, das eine spannende Geschichte in absolut ungewohntem Format geschehen lässt, hier wird mit vertrauten Elementen auf verspieltem Terrain experimentiert, die tierischen Protagonisten ergeben großartige Charaktere, die uns Spaß machen, die mit uns kokettierten, dir wir anfangen zu mögen oder die uns das Fürchten lehren. 

Endlich mal wieder ein Buch, das Ungewöhnliches wagt, uns dabei jedoch mit einer gut gewebten, nahezu klassischen Handlung verwöhnt.

Caroline Ronnefeldt spielt. Und sie spielt meisterlich. Mit literarischen Traditionen, mit Formen, mit Figuren und ganz grandios mit Sprache. Das macht ihre Geschichten zum puren Genuss. 

Wer sich darauf einlässt hier kein fertiges Lesefutter aus Dosen aufgemacht zu bekommen, wird sich ein fulminantes Werk auf der Katzenzunge zergehen lassen können. 

ab 3 ab 4 ab 5 ab 6 ab 8 ab 10 ab 12 Abenteuer Beschäftigung Bilderbuch Energie Familie Fantasie Freude Freundliche Heldin – Freundlicher Held Freundschaft Füreinander Für Erwachsene Geborgenheit Gefühle Gerechtigkeit Geschichte Jungen Kindergartenalter Kleine Wesen Kreativität Kunst Mensch Miteinander Mut Natur Respekt Sommer Spannung Spaß Tier des Jahres Tiere Tierhelden Wald Weihnachten Weitblick Werte Wissen Witz Zuhause

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